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Rassegeflügel

Impfungen beim Geflügel
Impfpflicht gegen die Atypische Geflügelpest (Newcastle Disease)

Aus den Medien kennen Sie vermutlich die Vogelgrippe, die die Tierärzte „klassische Geflügelpest“ nennen. Es gibt nun noch eine weitere schlimme Geflügelseuche, die sich „atypische Geflügelpest“, oder „Newcastle Disease“ nennt. Bis in die frühen neunziger Jahre gab es immer wieder Ausbrüche (mit hoher Sterblichkeit), vor allem in den kleinen Hobbyhaltungen, da früher eine Impfpflicht nur für Betriebe ab 200 Tieren bestand. Durch diese Ausbrüche wurden aber auch die großen Wirtschaftsgeflügelbestände bedroht, daher wurde im Jahr 1993 die generelle Impfpflicht für alle Hühner und Puten eingeführt. Mit Erfolg, denn heute kennt kaum noch ein Geflügelhalter diese tödliche Seuche. Daher ist es, von der gesetzlichen Verpflichtung einmal abgesehen, sehr vernünftig und wichtig, alle Hühner und Puten weiterhin zu impfen. Aber auch hier gibt es von Seiten des Gesetzgebers natürlich wieder einige Regelungen zu beachten, die in der „Tierimpfstoffverordnung“ niedergeschrieben stehen. Für Sie als privater Hobbyhuhnhalter ist jedoch nur wichtig zu verstehen, dass die Geflügelimpfstoffe nicht an den Tierhalter abgegeben werden dürfen, auch nicht im Fall einer Trinkwasserimpfung, wie dies allerdings oft gängige Praxis zu sein scheint. Die Anwendung darf allein über die Tierärztin/den Tierarzt erfolgen! Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise die vierteljährliche, schon erwähnte Trinkwasserimpfung oder die jährliche Impfung per Spritze. Welche Strategie für Ihren Hühnerbestand am sinnvollsten ist, und gegen welche Krankheiten Ihre Hühner darüber hinaus noch geimpft werden können, um die Tiere optimal zu schützen, klären wir gerne mit Ihnen in einem persönlichen tierärztlichen Beratungsgespräch (auch telefonisch möglich).  Das Amt kann Sie übrigens jederzeit auffordern, die regelmäßige Pflichtimpfung gegen ND nachzuweisen. Werden Ihre Hühner bei uns geimpft, stellen wir Ihnen gerne eine Impfbescheinigung aus, die Ihnen in einem solchen Fall als Bescheinigung dient und vor Geldstraße schützt.

(Verfasserin: Dr. Andrea Kohls, Stand Januar 2017) 

Warum Hühner und Puten geimpft werden sollten

Warum müssen Hühner überhaupt geimpft werden? Auf diese Frage gibt es zwei Antworten:

  1. weil es das Tierseuchengesetz für die Atypische Geflügelpest („Newcastle Disease“, ND“) für alle Hühner und Puten vorschreibt,
  2. weil Sie so Ihre Tiere vor häufig vorkommenden Infektionskrankheiten, gegen die Behandlungen schwierig, teilweise unmöglich sind, schützen können.

Für alle Hühner und Puten besteht für die Atypische Geflügelpest eine gesetzliche Impfpflicht (siehe Punkt 1)

Unsere zusätzliche Impfempfehlung finden Sie in den folgenden Berichten. Alle beschriebenen Impfungen werden in unserer Praxis angeboten.

Bei einigen Impfungen muss der Impfstoff mit der Spritze verabreicht werden, andere Impfstoffe können über das Trinkwasser oder als Augentropfen angewendet werden. Bei einigen Impfstoffen exixtieren beide Möglichkeiten. Die Impfung per Spritze vermittelt eine Immunität für eim ganzes Jahr, während die Trinkwasser- und Augentropfenimpfungen vierteljährlich wiederholt werden müssen (Es gibt natürlich wie immer Ausnahmen).

(Verfasserin: Dr. Andrea Kohls, Stand Januar 2017) 

Impfempfehlung für Küken: Marek’sche Hühnerkrankheit und Kokzidien

Absolut zu empfehlen ist die Impfung der Eintagsküken gegen die Marek’sche Hühnerkrankheit. Dieses Virus befindet sich überall in der Umwelt und führt sowohl zu Tumoren in den inneren Organen sowie zu einer Schädigung des Immunsystems. Hühner können eine Abmagerung mit oder ohne Lähmungen zeigen, meistens leiden sie zusätzlich unter allen möglichen anderen Krankheiten, da das geschwächte Abwehrsystem sich nicht mehr zur Wehr setzen kann. Mit der Impfung gegen die Marek‘sche Krankheit schützen Sie ihre Tiere nicht nur gegen die Marek an sich, sondern auch gegen Folgeinfektionen. Die Impfung gegen diese Krankheit ist nur in der Praxis möglich und sollte optimalerweise innerhalb der ersten fünf Lebenstage, maximal bis zum 14. Tag, erfolgen. Wir bieten Impfungen in zweiwöchentlichen Abständen an. Wir bitten um eine vorzeitige telefonische Anmeldung.

 Kokzidien machen eigentlich allen Geflügelzüchtern das Leben schwer. Ihre lange Überlebensdauer im Boden und ihre hohe Widerstandskraft machen eine kokzidienfreie Hühneraufzucht fast unmöglich. Falls Sie auf einen dauerhaften Medikamentenzusatz im Futter (Futtermittel mit dem Zusatz „mit Kokzidiostatikum“) verzichten möchten, entscheiden Sie sich für die gut verträgliche Impfung.

(Verfasserin: Dr. Andrea Kohls, Stand Januar 2017)

Impfempfehlung für Junghennen: Infektiöse Bronchitis, eventuell Mykoplasmen und Infektiöse Laryngotracheitis

Die Infektiöse Bronchitis (IB) ist eine sehr häufig auftretende Viruserkrankung bei allen freilaufenden Hühnern. Die Junghennen können einen Schnupfen bekommen oder aber, wenn die Tiere bei der Infektion schon älter sind, später verformte, schalenlose, und vor allem auch weniger Eier legen, da das Virus auch den Legeapparat befallen kann. Auch ist das Bronchitisvirus ein Wegbereiter für andere Krankheitskeime der Atemwege, die sich erst dann ausbreiten können, wenn das Bronchitisvirus schon zugeschlagen hat. Aufgrund der Häufigkeit des Vorkommens verwenden wir regelmäßig den Kombiimpfstoff „ND + IB“, so dass Ihre Hühner bei der jährlichen ND-Pflichtimpfung auch gegen die IB mitgeschützt werden.

Die Mykoplasmose und die Infektiöse L aryngotracheitis machen in Beständen Sinn, die immer wieder Probleme mit diesen Erregern haben. Als Standardimpfung werden Sie nicht empfohlen.

(Verfasserin: Dr. Andrea Kohls, Stand Januar 2017)

Impfempfehlung für Hühner ab Legereife: jährliche Auffrischungen der vorangegangenen Impfungen

Sehr wichtig für das Bestehen des Impfschutzes ist es, die Impfung jährlich (bei der Impfung mit Spritze), bzw. vierteljährlich (bei der Impfung über das Trinkwasser) aufzufrischen. Nur so sind Ihre Tiere sicher geschützt.

Neben den genannten Krankheiten gibt es noch eine Vielzahl anderer Impfmöglichkeiten. Ein generell anzuwendendes Impfprogramm gibt es nicht. Es kommt auf viele Faktoren an, zum Beispiel auf die Tierzahl, das Alter der Tiere sowie die Nutzung (Ausstellungstiere, Zuchttiere, „Bauernhofhühner“, „Familienhühner“).

(Verfasserin: Dr. Andrea Kohls, Stand: Januar 2017)

Parasiten und Co...
Parasitenbehandlungen

Geflügel wird häufig von äußerlichen Parasiten, wie die Rote Vogelmilbe und Federlinge, sowie von Würmern und den einzelligen Kokzidien befallen.

Die Rote Vogelmilbe ist ein blutsaugender Parasit, der auch andere warmblütige Säugetiere und den Menschen befallen kann. Oft erkennt man die roten Milben in den Schlupfwinkeln im Stall beim Saubermachen oder man wird sogar selber befallen. Da sich die Milben tagsüber im Stall und nicht auf dem Geflügel (hier saugen sie nur nachts Blut) aufhalten, ist eine Umgebungsbehandlung die wichtigste Maßnahme. Hierfür gibt es eine Reihe ungiftiger Präparate. Eine zusätzliche Behandlung der Hühner mit biologischen Mitteln kann notwendig werden. Von den chemischen Präparaten aus der Kleintiermedizin raten wir für das Geflügel ab, da diese sich meistens über einen längeren Zeitraum im Tierkörper und somit auch in den Eiern und dem Fleisch anreichern und für Sie gesundheitsschädlich sind.

Eine weitere häufige Milbe ist die Kalkbeinmilbe, welche an den Ständern zu Verhornungsstörungen führt. Die sonst glatt anliegenden Schuppen der Ständer heben sich ab und in fortgeschrittenen Fällen bildet sich eine bröckelige Masse um Ständer. Die Milben führen zu Juckreiz sind höchst unangenehm für die Hühner.

Würmer (Spul-, Blinddarm- und Haarwürmer) und Kokzidien äußern sich in Durchfällen und abgemagerten Jungtieren. Zudem gibt es eine Wurmart in den Atemwegen des Geflügels, der Gabelwurm,  welcher zu Atembeschwerden führt und nicht selten mit bakteriellen Infektionen verwechselt wird. Ein fälschlicher Einsatz von Antibiotika wäre hier für das Tier jedoch schädlich, denn nur mit einem geeigneten Antiparasitikum können diese Luftröhrenwürmer abgetötet werden. Auch Bandwürmer kommen beim Geflügel vor, führen aber sehr selten zu klinischen Symptomen, und dann nur bei solchen Tieren, die aus anderen Gründen eine Abwehrschwäche besitzen.

Vor einer Entwurmung sollte unbedingt eine parasitologische Untersuchung erfolgen, damit man weiß, gegen welche Wurmarten behandelt werden muss

(Verfasserin: Dr. Andrea Kohls, Stand Januar 2017)

© 2018   Tierärztliche Praxis Oering  |  Dr. med. vet. Matthias Warzecha