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Artikel aus: "In Oeden to Huus", No. 13, Dezember 2017

Wieviel ist ein Baum wert?

Wonach entscheiden wir, ob er erhaltenswert ist?

Frage nicht nur, was der Baum für Dich tun kann ...

 

In unserer Natur, die keine Berge und Gletscher, keine Meere oder große Seen und im Falle von Oering auch keine Moore oder Heiden aufweist, sind Bäume das größte Naturkapital. Dazu ein paar beunruhigende Fakten: Wir wissen, dass die Umweltbelastungen, die Klimaänderungen, die damit einhergehende Schwächung des Immunsystems sowie dies ausnutzende Parasiten unsere Bäume zum Teil extrem schwächen. Über 90% der europäischen Ulmen (1) sind bereits der holländischen Ulmenkrankheit zum Opfer gefallen. Ursache ist ein eingeschleppter Blaufäulepilz, der durch zwei Splintkäferarten übertragen wird. Nur noch 6% der Eschen gelten als gesund. Alle anderen sind von dem aus Ostasien stammenden Schlauchpilz mit dem Namen Falsches weißes Stengelbecherchen befallen. Es sperrt die Wasserzufuhr in den Baumkronen ab, so dass befallene Bäume sterben. So wird die Esche in Zukunft ebenfalls zu einem seltenen Baum werden. Auch die Schwarzerle ist durch ein Erlensterben bedroht. Ein pilzähnlicher Organismus ist durch die Kreuzung zweier unbedeutender Krankheitserreger entstanden und dezimiert seit einigen Jahren die Erlenbestände (1) . Das Leid der Kastanien ist für jedermann offensichtlich. Und leider leiden auch unsere Eichen. Auf Spiegel online Wissenschaft vom 01.02.2011 steht Zusammenfassendes zum Waldschadensbericht 2010 (jedem ist unbenommen, jüngere Zahlen zu finden). Mehr als die Hälfte der Eichen zeigt deutliche Kronenverlichtungen. Noch 1984 waren es nur 9 Prozent. Wald steht unter Stress und befindet sich weiter auf kritischem Niveau, sagt Nabu-Waldexperte Johannes Enssler. Auch bei der Eiche sind es umweltbedingte Probleme in Kombination mit Fraßschäden durch verschiedene Schmetterlingsarten und Befall mit verschiedenen Pilzen. Die Stichworte sind hier Eichenmehltau, Eichenfeuerschwamm, Baumkrebs, Eichensterben(2) und einige mehr. Die vielen von den beiden Herbststürmen Xavier und Herwart entwurzelten oder geknickten Bäume machen die Dramatik deutlich. Warum schreibe ich das? Eichen sind hierzulande vom heiligen Baum und vom urdeutschen, ehrfürchtig respektierten Baum zu Knickeichen und Feuerholzeichen geworden. Das gehört bis zu gewissen Grenzen zu unserer Kulturlandschaft. Die geltenden Knickregeln machen es Eignern schwerer, den Bäumen gerecht zu werden. Angesichts der rasanten Verschlechterung des Zustandes unserer Bäume, gibt es landesweit weit nur Wenige, die den Gesundheitszustand eines Baumes zuverlässig beurteilen können. Die mit der Knickpflege und dem Fällen der Bäume betrauten Menschen gehören in aller Regel nicht dazu, auch wenn sie ihre Arbeit nach vergangenen Maßstäben gewissenhaft verrichten wollen. Und so werden leider viele gesunde Eichen gefällt. Für das Ökosystem Knick würde es viel bedeuten, wenn im Zweifel die kranke Eiche gefällt, die gesunde dagegen stehen bleiben würde. Da unsere umgebende Natur alle Bürger betrifft und vermutlich auch berührt – und da es nur noch wenige starke Eichen in der Gemeinde Oering gibt –, drängt die Zeit. Wir müssen an dem bestehenden Procedere etwas ändern! Ob die mit der Knickpflege betrauten Personen sich in Zukunft fortbilden oder andere fachkundige Menschen herangezogen werden, wenn es um das Fällen von Bäumen geht, sollten die Verantwortlichen im Kreis und in den Gemeinden beschließen. Die Aufgabe dieses Artikels ist es, zunächst einmal zu zeigen, dass wir dringend etwas für unsere Bäume tun müssen – und das Manches gar nicht so schwer wäre. (1) Rudi Beiser 2017, Baum und Mensch, Ulmer (sehr zu empfehlen) (2) Gartenjournal.net/eichenbaum-krankheiten Zum Weiterlesen sind auch die beiden Bücher von Peter Wohlleben und ungezählte Informationen im Netz zu empfehlen. Matt hias Warzecha

Wir können verständlicherweise keine Verantwortung übernehmen, wenn jemand die falschen Pflanzen sammelt. Wenn man sich an die dargestellten Pflanzen hält und im Zweifel Bücher und Netz zur Hilfe nimmt oder bei uns in der Praxis nachfragt, ist man auf der sicheren Seite. Es gibt eine Menge Bücher über essbare Wildpflanzen und ebenfalls Bücher über Giftpflanzen. Man kann sie auch leicht googeln. Der weiteren Fortbildung sind also keine Grenzen gesetzt....

Unnötig zu sagen, dass man mit Achtsamkeit und Dankbarkeit unterwegs sein und die vorhandenen Regeln einhalten sollte, wenn man Pflanzen der Natur entnimmt. 

 

Matthias Warzecha

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