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Schutz von Wildtieren in Afrika

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Alle 8 Stunden ein Nashorn

 

17. März 2019

Gestern und heute besuchte ich in Timmendorf ein onkologisches Seminar. Es ging um verschiedene Krebsarten beim Hund. Brillianter Referent war der weltweit bekannte Onkologe Dr. Martin Kessler, der die Tierklinik in Hofheim in der Nähe von Frankfurt gründete. Diese hat eine große Abteilung, die auf Tumorerkrankungen spezialisiert ist. Allein 11 Tierärztinnen und Tierärzte arbeiten speziell in diesem Fachgebiet. Diese Klinik ist europaweit die erste Adresse, wenn es um die schulmedizinische Behandlung von Tumoren geht. Die Klinik hat zum Beispiel die beste und genaueste Strahlentherapie in Deutschland. 

Weshalb ich aber vor allem darüber berichte, ist folgendes: In den Pausen und beim gemeinsamen Abendessen berichtete Martin Kessler über sein Engagement in Afrika. Anlässlich einer Vortragsreise in Simbabwe lernte er die Gründer und die Arbeit der Organisation AWARE kennen. Es sind Tierärzte, die sich um Nashörner, Elefanten, Löwen und auch um die Tiere der Bevölkerung kümmern. 

Es steht sehr schlecht um die großen Tiere in Afrika. Die Nachfrage aus Asien nach Nashorn, Elfenbein, Löwenknochen und anderen Tierteilen, wie z.B. den Schuppen von Schuppentieren steigt ständig. Ein kg Nashorn wird für 100.000 $ gehandelt, ein kg Löwenknochen für 700 $. Die Zunahme der Reichen in Asien führt dazu. Sie brauchen es nicht nur als (fragwürdige?) Heilmittel, sondern auch um ihren Reichtum zu dokumentieren, zum Beispiel als Nashornraspel im Luxus-Cocktail.

Wilderer und ihre gut organisierten Händlerstrukturen arbeiten immer effektiver. Die Wildhüter verfügen über wenig Mittel. Bei einem Monatsgehalt von 300 $ mangelt es ihnen an Ausrüstungen, Fahrzeugen und Geld für wichtige Projekte. Dabei droht der Abschied von den großen Tieren Afrikas. Alle 8 Stunden wird ein Nashorn getötet (nicht selten mit Zyankali an den Wasserstellen). Alle 15 Minuten wird ein Elefant getötet, manchmal junge Elefanten wegen noch ganz kurzer Stoßzähne. Manche werden ebenfalls an Wasserlöchern vergiftet, andere angeschossen. Wenn Beinknochen brechen, müssen sie anschließend eingeschläfert werden, falls man sie findet. Sonst sterben sie sehr langsam in der Savanne. Ein sehr bedrohliches Szenario. Wenn sich nichts ändert, haben wir in wenigen Jahren keine Nashörner, Elefanten und Co mehr. Martin Kessler entschied sich sofort, mitzuhelfen und gründete die deutsche AWARE. Sie besteht ausschließlich aus ehrenamtlich arbeitenden Tierärzten.  

Und ich entschied mich gestern sofort Mitglied bei AWARE Germany e.V. zu werden. Vielleicht möchten Sie auch Mitglied werden oder sogar eine Patenschaft für ein Nashorn übernehmen oder etwas Ähnliches. Ich wünsche uns allen, dass die afrikanische Natur mit ihren mächtigen Bewohnern überlebt. Denn um mit einem Buchtitel von Bernhard Grzimek zu enden, der sich vor 60 Jahren ähnlich engagierte: "Auch Nashörner gehören allen Menschen". Natürlich gehören uns weder die Nashörner noch die übrige Natur, sondern wir sind die Heger und Pfleger, oder sollten es zumindest sein. – Warum?  Weil sonst niemand da ist ...

Matthias Warzecha   

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